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Dalmatiner – Erziehung

Zu den Aufgaben des Dalmatiners gehörte das Bewachen und Begleiten von Kutschen sowie sein Einsatz als bellende Sirene bei der Feuerwehr. Auch jagdlich wurde die Rasse ursprünglich einmal verwendet.

Durch seinen früheren Einsatz als unabhängiger und eigenständiger Arbeitshund haben viele Dalmatiner ihren ganz eigenen Kopf und sind bisweilen regelrecht stur. Hinzu kommen das sensible Wesen und eine gute Portion Selbstvertrauen. Darum werden Sie mit übertriebener Härte in der Erziehung kaum etwas erreichen. Ein Lob oder Leckerli, gepaart mit entschlossenem und sicherem Auftreten des Hundeführers, überzeugt den Hund viel eher.

Dalmatiner Erziehung
Eine konsequente und liebevolle Erziehung ist beim Dalmatiner enorm wichtig.

Oft herrscht dazu noch das weitverbreitete Vorurteil, der Dalmatiner sei stets nervös und nur schwer durch seinen Besitzer im Zaum zu halten. Dies dürfte jedoch nur der Fall sein, wenn der Hund nicht richtig erzogen wurde und/oder zu wenig ausgelastet und beschäftigt wird. Eigentlich dürfte man dies also über so ziemlich jede Hunderasse sagen. Jeder Hund, der nicht erzogen ist, wird früher oder später zu einer Geduldsprobe oder Herausforderung für seine Besitzer.

Ein weiteres Vorurteil, das dem Dalmatiner anhaftet: Er sei aggressiv gegenüber Artgenossen. Dieses Vorurteil scheint zunächst plausibel. Immerhin musste der Dalmatiner früher die Kutschen und vor allem die Pferde vor streunenden Hunden beschützen. Frühe Sozialisation und Erziehung sind daher tatsächlich sinnvoll. So wird Ihr Vierbeiner entspannt und ausgeglichen, wenn es um Begegnungen mit anderen Hunden geht. Doch auch hier gilt natürlich wieder, dass jeder Hund gut sozialisiert sein sollte, um Fehlverhalten gegenüber Artgenossen zu vermeiden.


Warum ist die Erziehung des Dalmatiners so wichtig?

Das tolle Wesen und die einzigartige Persönlichkeit des schönen Dalmatiners können sich nur vollends entfalten, wenn die Besitzer bereit sind, mit ihrem Hund zu arbeiten, ihn solide zu erziehen und artgerecht zu halten. Dies ist für ein harmonisches Zusammenleben mit Vierbeiner enorm wichtig.

Vorteile eines gut erzogenen Dalmatiners:

  • Das gemeinsame Training und die daraus resultierenden Erfolge machen Spaß.
  • Ihr Hund wird lernen Ihnen zu vertrauen, wenn Sie ein zuverlässiger Rudelführer sind.
  • Die Bindung zwischen Ihnen und Ihrem Hund wird gestärkt.
  • Der Hund kennt seinen Platz in der Rangordnung.
  • Sie können den Dalmatiner ohne Sorge überall hin (Freunde, Café, Innenstadt, Tierarzt) mitnehmen und wissen, er wird sich benehmen.
  • Fördert ein gutes Verhältnis, gute Kommunikation und mehr Verständnis zwischen Hund und Halter.
  • Sie können dem Dalmatiner mehr Freiheit schenken und ihn zum Beispiel problemlos ohne Leine laufen lassen.
  • Hundebegegnungen sind kein Problem und werden nicht zum täglichen Kraftakt.
  • Gassirunden sind entspannt und machen Spaß, wenn der Dalmatiner an lockerer Leine mitläuft.
  • Ihr Dalmatiner ist freundlich zu Menschen jeglichen Alters und macht bei Besuch kein Theater.
  • Es ist kein Drama, wenn Ihr Vierbeiner mal ein paar Stunden alleine bleiben muss.
  • Ein erzogener und ausreichend beschäftigter Hund zerstört keine Sachen im Haus.
  • Ein Hund, der zuverlässig auf Basiskommandos hört, kann durch Zuruf vor gefährlichen Situationen geschützt werden.

Tipps für das Training mit Ihrem Dalmatiner

Damit Ihr Hund effektiv lernen kann, sollten Sie ein paar grundlegende Dinge beachten. Mit den richtigen Tipps und Tricks wird das Training mit Ihrem Dalmatiner sicherlich schneller und erfolgversprechender verlaufen.

1. Reizarme Umgebung wählen

Wenn es viel Ablenkung gibt, wird es Ihrem Dalmatiner schwerfallen, sich auf Sie und das Training zu konzentrieren. Arbeiten Sie mit Ihrem Vierbeiner darum zunächst an einem ruhigen Ort. Dies könnte beispielsweise Ihr Wohnzimmer sein oder der Garten.

Falls das Training dort gut klappt, kann es an einen belebteren Ort verlegt werden. Steigern Sie den Grad der Ablenkung dabei langsam. Das Ziel ist es, dass Ihr Dalmatiner am Ende an jedem Ort und selbst bei großer Ablenkung auf Sie fokussiert ist und Ihre Anweisungen befolgt.

2. Punktgenau reagieren

Hunde leben im Hier und Jetzt. Dies ist wichtig zu wissen, denn Lob oder Tadel bringen nichts, wenn das Verhalten des Hundes bereits eine Weile her ist. Schon nach wenigen Augenblicken wird ein Dalmatiner nämlich vergessen, was er gerade gemacht hat.

Dem richtigen Timing kommt also eine besondere Bedeutung zu. Ein Lob oder eine Leckerei sollte genau in dem Augenblick folgen, wo Ihr Dalmatiner etwas richtig macht. Tadel bringt beispielsweise nichts, wenn die Missetat Ihres Hundes bereits in der Vergangenheit liegt. Selbst wenn es sich nur um wenige Augenblicke handelt.

3. Geduld

Training und Erziehung Ihres Dalmatiner können manchmal frustrierend sein. Nicht immer klappt es wie am Schnürchen. Es wird sicherlich auch mal Rückschläge geben. Dies gilt besonders, wenn Ihr Welpe in die Flegelphase bzw. Pubertät kommt. In dieser Zeit wird Gelerntes gerne einmal vergessen. Und aus Ihrem wohlerzogenen Dalmatinerwelpen wird ein kleiner Rebell. Üben Sie sich in Geduld. Das harte Training wird sich auf lange Sicht gesehen auf jeden Fall auszahlen.

4. Konsequenz

Überlegen Sie mit Ihrer Familie schon lange bevor der Welpe überhaupt bei Ihnen einzieht, was Sie ihm einmal gestatten möchten und was nicht.

Stellen Sie sich Fragen, wie:

  • Darf der Hund ins Bett?
  • Darf er auf dem Sofa liegen?
  • Wird Betteln geduldet?
  • Ist es okay, wenn der Dalmatiner uns bei der Begrüßung anspringt? Vorsicht bei kleinen Kindern! Und mögen Besucher das?
  • Werden Sie es dulden, wenn Ihnen der Dalmatiner das Gesicht oder die Hände ableckt?
  • Darf sich der Hund im Garten erleichtern?
  • Möchten Sie, dass er bei Besuchern, Lieferanten, Postbote etc. Laut gibt?

Jedes Familienmitglied sollte sich strikt an die aufgestellten Regeln halten. Ist beispielsweise das Bett tabu, so ist jedes Bett im Haushalt nicht als Schlafplatz gestattet.

Soll der Dalmatiner keine Naschereien vom Esstisch bekommen, so wird auch an Feiertagen keine Ausnahme gemacht. Sie sind Ihrem Vierbeiner nur ein verlässlicher Rudelführer, wenn Ihre Regeln klar und verständlich sind und wenn diese immer und überall gelten. Nur so wird Ihr Dalmatiner lernen, dass er Ihnen vertrauen und sich immer auf Sie verlassen kann.

5. Zuckerbrot und Peitsche

Viele denken bei einer Belohnung sofort an einen kleinen Leckerbissen, welcher dem Hund überreicht wird. Doch es muss nicht immer nur ein Leckerli als Lob eingesetzt werden. Sie können Ihren Hund auch mit freundlicher und enthusiastischer Stimme loben. Andere Vierbeiner hingegen lieben es, wenn nach korrekter Ausführung eines Befehls ein kleines Spiel oder eine Streicheleinheit folgt.

Auch das Lieblingsspielzeug kann als Motivationshilfe eingesetzt werden. Loben Sie verbal, sollten Sie immer die gleichen Wörter benutzen, damit schnell ersichtlich für den Vierbeiner wird, dass er etwas gut gemacht hat. Klickertraining kann dafür sehr effektiv eingesetzt werden, denn der Knackfrosch macht ein immer gleiches Geräusch.

Doch machen wir uns nichts vor: Die meisten Hunde sind nun mal mit einer Leckerei am ehesten zu motivieren mitzumachen. Besonders dann, wenn es spezielle Leckereien ausschließlich beim Training gibt.

Dalmatiner Welpe von hinten erhält Leckerli von Hand isoliert
Die meisten Hunde sind mit einer Leckerei am ehesten zu motivieren mitzumachen.

Mit Tadel sollten Sie sparsam umgehen und Ihren Hund nur schelten, wenn Sie ihn auf frischer Tat ertappen. Niemals sollten Sie pausenlos auf ihn einschimpfen oder ihn gar schlagen oder treten. Ihr sensibler Dalmatiner wird Ihnen solche harte Maßnahmen nicht verzeihen, dicht machen und sich vor Ihnen verschließen.

Er wird das Vertrauen in Sie verlieren und Angst bekommen oder im schlimmsten Fall sogar aggressiv gegenüber Ihnen werden. Setzen Sie also nur Ihre Stimme ein, wenn Sie den Dalmatiner tadeln oder korrigieren möchten. Ihre Körperhaltung kann dabei zusätzlich zum Einsatz kommen. Machen Sie sich groß und stemmen Sie die Hände in die Hüften. Auch Nichtbeachtung ist für den Dalmatiner eine Strafe.

6. Die Hundesprache verstehen

Erfahrener Hundetrainer können anhand der Körperhaltung, Bewegung und Mimik eines Hundes viel über dessen Gemütszustand und Charakter aussagen. Lernen Sie ebenfalls die Basics der Hundesprache. Dies wird oftmals in einer guten Hundeschule vermittelt. Sie werden lernen Ihren Dalmatiner besser einzuschätzen und können besser auf ihn und seine Bedürfnisse eingehen.

7. Wiederholung

Der Dalmatiner ist sehr intelligent, trotzdem ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Es bedarf vieler Wiederholungen und einiges an Übung, bis jeder Befehl einwandfrei sitzt. Erwarten Sie insbesondere von Ihrem Welpen nicht zu viel. Sollte eine Übung mal nicht so klappen, wie Sie möchten, seien Sie nicht gleich frustriert. Beenden Sie das Training in diesem Fall mit etwas, dass Ihr Vierbeiner bereits gut kann. So endet die Übung auf einem positiven Erlebnis.


Braucht schon mein Dalmatinerwelpe Erziehung?

Ja, unbedingt! Eine konsequente Erziehung von Anfang an und eine frühe Sozialisation sind absolut wichtig für den Dalmatinerwelpen. Wenn der gefleckte Welpe bei Ihnen einzieht, durchläuft er nämlich gerade eine sehr sensible Phase und lernt später nie wieder so schnell und nachhaltig, wie in diesen ersten paar Wochen.

Dieser Umstand sollte ausgenutzt werden, indem Sie den jungen Dalmatiner viele positive Erfahrungen machen lassen und ihm alles nahebringen, womit er später häufig zu tun hat, wie Geräusche, Fahrzeuge, andere Tiere und Ähnliches.

Erziehung Dalmatiner
Die Erziehung des Hundes beginnt ab Einzug. Auch ein Welpe muss lernen, was er darf und was nicht,

Doch leider verinnerlicht der Welpe gerade in dieser Zeit auch alles, was nicht so gut in seiner Erziehung läuft. Er merkt sich Ihr inkonsequentes Verhalten, registriert grobe Behandlungen und Bestrafungen und ist sehr feinfühlig für Stimmungen und deren Schwankungen.

Arbeiten Sie darum gewissenhaft mit Ihrem Hund und nehmen Sie die Hilfe einer Hundeschule in Anspruch. Dies gilt ganz besonders, falls der Dalmatinerwelpe Ihr erster Hund sein sollte und Sie mit Erziehung und Ausbildung noch keinerlei Erfahrung sammeln konnten. Denn bedenken Sie Folgendes: Alles, was Sie dem Dalmatinerwelpen in den ersten Wochen durchgehen lassen und ihm nicht verbieten, werden Sie ihm vermutlich nie wieder oder zumindest nur sehr schwer zu einem späteren Zeitpunkt wieder verbieten können.

Auf jeden Fall sollten Sie dem kleinen Racker für den Anfang nicht zu viel auf einmal zumuten. Lange Trainingsstunden sind anstrengend, ermüdend und die Motivation geht schnell flöten.

Besser, Sie üben in kurzen Einheiten über den Tag verteilt und hören auf, ehe der Dalmatiner die Lust und das Interesse verliert. Das A und O ist und bleibt dabei die Konsequenz. Einmal aufgestellte Regeln gelten immer und überall. Ohne Ausnahme.

Folgendes sollte Ihr Welpe lernen:

  • Seinen (neuen) Namen
  • Stubenreinheit
  • Lockeres Laufen an der Leine
  • Grundkommandos
  • Zuverlässiges Abrufen (wichtig fürs Ableinen)
  • Beißhemmung
  • Ihren normalen Tagesablauf/Routine
  • Alleine zu bleiben
  • Umgang mit anderen Menschen und Tieren (Sozialisation)
  • Wo sein Schlafplatz, Fressplatz und Rückzugsort ist

Ziemlich viel für einen jungen Hund. Und er lernt diese Regeln nicht schrittweise, sondern normalerweise alles auf einmal. Einzig die Grundkommandos und das Alleinbleiben können ruhig noch eine Weile warten. Bis sich der Welpe vollends bei Ihnen eingelebt hat, sich wohl und sicher fühlt.

Es ist wichtig, dass er zunächst Vertrauen zu Ihnen aufbaut und eine gute Beziehung zu seiner Familie entwickelt. Schließlich ist die Trennung von seiner Mutter und seinen Wurfgeschwistern ein harter Einschnitt in seinem Leben und er muss mit den neuen Begebenheiten erst einmal zurechtkommen.


Wie lernt mein Dalmatiner seinen neuen Namen?

Ihr Dalmatiner hat vom Züchter sicherlich bereits einen Namen bekommen. Doch nicht immer trifft dieser den Geschmack seiner zukünftigen Besitzer. Darum wird der Welpe nicht selten im neuen Zuhause umbenannt.

Doch wie lernt der Vierbeiner überhaupt seinen neuen Namen? Dieser ist nämlich wichtiger Bestandteil des Trainings. Immerhin soll bei Zuruf desselbigen die Aufmerksamkeit Ihres Hundes auf Sie gelenkt werden.

Eigentlich ist es ganz einfach:

  • Üben Sie zunächst zu Hause. Also in einer Umgebung mit wenig Ablenkung.
  • Halten Sie Leckerlis zur Motivation bereit (nicht nach dem Fressen trainieren)
  • Rufen Sie den Dalmatiner beim Namen. Klingen Sie dabei fröhlich.
  • Sieht der Welpe zu Ihnen oder dreht sich gar zu Ihnen um, gibt es eine Belohnung.
  • Reagiert er überhaupt nicht, so rufen Sie höchstens noch ein oder zwei Male. Vermeiden Sie es unbedingt seinen Namen in Dauerschleife zu rufen, wenn er partout nicht darauf reagiert. Das Wort (also sein Name) würde für den Vierbeiner ansonsten nur seine Bedeutung verlieren.
  • Klappt es also nicht, warten Sie eine Weile und versuchen Sie es zu einem späteren Zeitpunkt erneut.
  • Üben Sie ruhig über den Tag verteilt immer mal wieder. Zu Hause, draußen beim Spazierengehen usw.
  • Loben Sie immer überschwänglich und ausgiebig und denken Sie an den Belohnungshappen. Ihr Dalmatiner wird schnell merken, dass beim Klang dieses einen Wortes immer etwas Angenehmes folgt, und wird Ihnen seine volle Aufmerksamkeit schenken.
  • Hat der Welpe seinen Namen verinnerlicht, so gibt es nach ein paar Tagen oder Wochen nur noch ab und zu eine Belohnung. Dies ist wichtig, da Ihr Vierbeiner ja auch dann reagieren soll, wenn gerade mal kein Leckerchen zur Hand ist.

Es ist außerdem von Vorteil, wenn Sie den Namen des Hundes in angenehmen Situationen verwenden. Beispielsweise, wenn Sie gemeinsam spielen oder es die nächste Mahlzeit gibt. Auch beim Training sollte der Name integriert werden. Am besten vor jedem Befehl. So erlangen Sie durch die Nennung des Namens zunächst die Aufmerksamkeit Ihres Hundes und direkt darauf folgt eben das Kommando. Weniger geeignet ist hingegen die Namensnennung, wenn Sie den Dalmatiner tadeln. Immerhin möchten Sie ja, dass der Hund seinen Namen mit etwas Positivem verbindet.


Wie bekomme ich den Welpen stubenrein?

Wie schnell ein Hund stubenrein wird, hängt nicht unwesentlich auch von seinem Besitzer ab. Je besser Sie auf seine Signale reagieren und je häufiger Sie mit dem Welpen nach draußen gehen, umso eher wird der Vierbeiner verstehen, dass er sich nur im Freien erleichtern soll und das Haus für sein Geschäft tabu ist.

Dalmatinerwelpen stubenrein
Wie schnell ein Dalmatinerwelpe stubenrein wird, hängt nicht unwesentlich auch von seinem Besitzer ab.

Wer viel Zeit hat, kann also mit seinem Dalmatinerwelpen ruhig alle 2 bis 3 Stunden kurz vor die Tür gehen. Dies erhöht die Chancen auf ein Erfolgserlebnis ungemein und dieses sollte vom Besitzer natürlich auch gebührend gefeiert werden. Sie dürfen vor Freude ruhig einen kleinen Tanz aufführen, wenn Bächlein oder Häufchen draußen gemacht wurden. Ein Belohnungshappen darf ebenfalls verfüttert werden. Hauptsache, der Welpe merkt, dass er gerade etwas ganz Tolles gemacht hat.

Gehen Sie zudem abends noch einmal so spät wie möglich vor die Tür und morgens gleich nach dem Aufwachen ebenso. Wer ein Grundstück hat, kann den Dalmatiner zu diesen Zeiten auch kurz in den Garten schicken und muss nicht extra noch mal raus.

Da ein Welpe besonders in der Anfangszeit noch nicht wirklich lange einhalten kann, wäre es ratsam, in der Nacht ebenfalls 1 – 2 Male die Möglichkeit zum Lösen anzubieten. Dies kann ein wirklich kurzer Gang vor die Tür sein, eine Runde im Garten oder eine Welpentoilette im Haus. Bei der Welpentoilette ist jedoch Vorsicht angeraten. Es könnte schwierig werden, es dem Dalmatiner wieder abzugewöhnen, sich im Haus zu erleichtern.

Sollte Ihr kleiner Dalmi zu einer absolut unpassenden Zeit sein Häufchen machen müssen (z.B. nachts), wäre es ratsam, seine Fütterungszeiten abzuändern. Wer mag, kann dazu eine Zeit lang Notizen machen, wann der Welpe gefüttert wird und wann er Kot absetzt. Sie werden schon bald ein regelmäßiges Muster erkennen. Zumindest, wenn feste Fütterungszeiten eingehalten werden. Verlegen Sie die Mahlzeiten also bei Bedarf einfach ein wenig vor oder füttern Sie später.

Auf jeden Fall ist es ratsam, den Welpen immer in folgenden Situationen hinauszubringen, bzw. wenn er folgende Signale zeigt:

  • Auffällig intensives Schnüffeln
  • Welpe will sich hinhocken
  • Unruhiges Hin- und Herwandern
  • Winseln
  • Kratzen oder Warten an der Türe
  • Nach dem Training
  • Nach dem Fressen
  • Nach dem Spielen
  • Nach dem Aufwachen

Was kann ich tun, wenn der Welpe ins Haus gemacht hat?

Dass am Anfang „Unfälle“ passieren und der Welpe ins Haus macht, ist absolut normal. Genau wie bei Menschenkindern wird auch ein kleiner Dalmatiner nicht über Nacht trocken und muss diesen Prozess erst lernen und üben. Obendrein muss er außerdem erst einmal verstehen, dass es gar nicht erwünscht ist, wenn er sich im Haus erleichtert.

Doch was sollten Sie tun und wie ist es richtig zu reagieren, wenn Ihr Dalmatiner Bächlein und Häufchen versehentlich im Haus macht?

Sollten Sie seine Hinterlassenschaften zu einem späteren Zeitpunkt finden, bringt es auf jeden Fall nichts mehr, wenn Sie nun schimpfen. Ihr Hund würde die Schelte nur mit der aktuellen Situation verknüpfen und nicht auf Ereignisse beziehen, die bereits in der Vergangenheit liegen. Keinesfalls sollten Sie ewig auf den Hund einreden, ihn schlagen oder gar mit der Nase in den Kot drücken. Dies ist gemein und eklig. Besser, Sie bringen den Welpen außer Sichtweite und wischen das Malheur einfach ohne viel Aufhebens weg. Außerdem würde eine harte Strafe nur dazu führen, dass Ihr Vertrauensverhältnis gestört wird und der Welpe womöglich Angst vor Ihnen bekommt. Dies könnte so weit führen, dass sich der Dalmatiner nicht mehr in Ihrer Anwesenheit an der Leine lösen kann.

Sollten Sie Ihren Dalmatiner allerdings auf frischer Tat ertappen, können Sie ihn natürlich korrigieren. Sagen Sie laut „Nein“ oder auch „Pfui“ und bringen Sie den Dalmatiner nach draußen vor die Türe oder in den Garten. Wenn möglich warten Sie, bis Ihr Welpe sich noch einmal erleichtert. Sollte er dies tatsächlich tun, loben Sie ausgiebig. Selbst, wenn er nicht mehr das Beinchen heben sollte, ist es richtig, kurz mit dem Welpen nach draußen gegangen zu sein.


Klare Regeln von Anfang an!

Schleichen sich erst einmal negative Verhaltensweisen bei Ihrem Dalmatiner ein, kann es ganz schön schwierig werden, diese hinterher wieder auszubügeln. Wie soll Ihr Hund auch verstehen, dass er als Welpe ins Bett durfte und später als ausgewachsener großer Hund nicht mehr.

Es gilt also, dass alles, was Sie Ihrem Dalmatiner jetzt nicht verbieten, später nur schwer als Verbot durchzusetzen sein wird. Sie wollten sich also ganz genau überlegen, was Ihr Dalmatiner darf und was nicht. An die einmal aufgestellten und vereinbarten Regeln sollten sich alle Familienmitglieder halten.

Alles, was Sie Ihren Welpen gleich zu Beginn beibringen, wird er verinnerlichen und als gegeben akzeptieren. Kommt er in die Pubertät, wird er allerdings versuchen, Grenzen und Regeln nach seinen Wünschen zu beugen und zu erweitern. In dieser Flegelphase liegt es an Ihnen, die einmal gesteckten Grenzen beizubehalten.

Dalmatiner Erziehung - Sofa
Klare Regeln für alle. Wenn der Dalmatiner bei einer Person im Haushalt auf das Sofa darf, dann sollte er das auch bei den anderen Personen dürfen.

Wie bringe ich meinem Dalmatiner bei an lockerer Leine zu laufen?

Sie werden täglich etwa 3 Mal mit Ihrem Dalmatiner spazieren gehen. Und dies für die nächsten ca 10-13 Jahre. Dies ist nämlich die durchschnittliche Lebenserwartung für die schöne gepunktete Rasse. Wer sich dies vor Augen führt, dem sollte klar sein, dass Spaziergänge entspannt ablaufen sollten und für Hund und Halter nicht zum Machtkampf werden. Ein unerzogener Hund, der an der Leine zieht, Passanten und andere Hunde ankläfft, hinter Fahrrädern her jagt und mit seinem Herrchen spazieren geht, anstatt umgekehrt, ist mitunter ganz schön peinlich und auch anstrengend.

Trainieren Sie die Leinenführigkeit mit Ihrem Dalmatiner darum früh. Dabei sollte der Welpe zunächst an Halsband und Leine gewöhnt werden. In den allermeisten Fällen kennen die Dalmatinerwelpen das Halsband bereits vom Züchter. Dieser legt den Welpen oft kurz nach der Geburt eines um.

Um den kleinen Dalmatiner auch an die Leine zu gewöhnen, sollten Sie ihm diese zunächst zeigen und ihn daran schnüffeln lassen. Sie können die Leine dabei ruhig vor ihm niederlegen. Zu vermeiden ist allerdings, dass der Welpe die Leine in die Schnauze nimmt und damit spielt. Das sollten Sie auf jeden Fall unterbinden. Haken Sie nach einiger Zeit die Leine in das Halsband ein. Heben Sie diese allerdings nicht auf, sondern lassen Sie den Hund das Anhängsel ruhig eine Weile hinter sich herziehen. Es ist wichtig, dass der Welpe lernt, dass von der Leine keinerlei Gefahr ausgeht. Akzeptiert der Welpe Leine und Halsband ohne Probleme, kann es mit der Erziehung zur Leinenführigkeit losgehen.

Dalmatiner Leine Erziehung
Dalmatiner Erziehung Leine: Spaziergänge sollten entspannt ablaufen und für Hund und Halter nicht zum Machtkampf werden.

Übrigens: Verwenden Sie zum Training bitte keine Rollleine. Zwar sind diese ausziehbaren Leinen praktisch und geben dem Hund einen größeren Freiraum beim Spaziergang, allerdings sind sie bei der Erziehung zur Leinenführigkeit eher kontraproduktiv. Bei solchen Leinen muss der Hund nämlich ständig Zug ausüben und die Leine ist stets in einem gespannten Zustand. Was Sie ja allerdings erreichen möchten ist, dass der Hund entspannt an lockerer Leine neben Ihnen her läuft.

Wie läuft mein Dalmatiner entspannt und locker an der Leine?

Nun, Welpen reagieren unterschiedlich, wenn sie das erste Mal an der Leine sind. Einige packt der Forscherdrang und sie können es kaum erwarten hier und da zu schnüffeln und überall hin zu rennen. Natürlich limitiert die Leine dabei ihren Bewegungsradius. Sobald sich die Leine also spannt, sollten Sie einfach stehen bleiben. Lassen Sie den Welpen so lange ziehen, bis er merkt, dass es einfach nicht vorwärts geht. An einem Punkt wird sich der Hund ganz sicher zu Ihnen umdrehen, um herauszufinden, warum Sie sich nicht mehr bewegen.

Sieht der Welpe Sie dabei direkt an, gehen Sie weiter. Allerdings in eine vollkommen andere Richtung. Dies machen Sie jedes Mal, sobald die Leine nicht mehr locker durchhängt. Ihr Dalmatiner Welpe wird lernen, dass er seine Aufmerksamkeit auf Sie richten muss, und dass Sie bestimmen, wo es lang geht.

Es gibt allerdings auch Kandidaten, denen die Leine nicht geheuer ist. Sie möchten partout nicht mitgehen, wenn es an der Leine nach draußen geht. Entweder bleiben sie stur sitzen oder sie gehen rückwärts und wehren sich. Ziehen Sie bitte nicht an der Leine, um den Hund zum Weitergehen zu bewegen. Dies verstärkt das Problem nur noch mehr. Besser, Sie locken ihn mit lieben Worten einem Lieblingsspielzeug oder einem kleinen Leckerbissen.

Loben Sie ausgiebig, wenn der Welpe Ihnen schließlich folgt. Auch wenn das Laufen an der lockeren Leine schließlich klappt, darf ruhig ab und zu gelobt und eine kleine Leckerei gereicht werden. Auch ist es sinnvoll, hin und wieder einfach mal die Richtung zu ändern oder auf dem Absatz kehrt zu machen, damit Sie den Dalmatiner immer daran erinnern, dass der Fokus auf Ihnen liegen sollte.


Frühe Sozialisation ist wichtig!

Ein guter Züchter wird den Welpen bereits an viele Alltagsgeräusche und Gegebenheiten gewöhnen. Außerdem lernt der Welpe in der Zuchtstätte bereits andere Hunde und vielleicht noch weitere Tiere kennen. Ein Hund mit Familienanschluss, der an Alltäglichkeiten gewöhnt wird und gut sozialisiert ist, wird später nämlich ein umgänglicher Zeitgenosse. Aber natürlich kann der Züchter nicht alle Eventualitäten abdecken. Sobald der Dalmatiner Welpe bei Ihnen einzieht, sind Sie gefragt.

Gewöhnen Sie den Kleinen an alles, womit er täglich zu tun haben wird. Fahren Sie vielleicht täglich mit öffentlichen Verkehrsmitteln, gibt es einen Aufzug bei Ihnen im Haus oder wohnen in Ihrem Haushalt vielleicht noch andere Tiere? Es kann auch einen Unterschied machen, ob der Dalmatiner später auf dem Land oder in der Stadt gehalten wird. Je nach Örtlichkeit muss der Vierbeiner mit unterschiedlichen Begebenheiten zurechtkommen.

Der Sozialisation kommt natürlich auch eine besondere Bedeutung zu. Ihr Dalmatiner sollte Menschen jeglichen Alters kennenlernen dürfen. Sollte er als Familienhund gehalten werden, ist es wichtig, dass er gute Erfahrungen mit Babys und Kindern macht. Ein gutes Sozialverhalten gegenüber Artgenossen und anderen Tieren ist natürlich ebenfalls wünschenswert. Schließlich möchten Sie, dass Ihr Dalmatiner später bei Hundebegegnungen nicht jedes Mal ausflippt und rumbellt.

Allerdings sollte es auch selbstverständlich sein, dass Ihr Dalmatiner nicht jeden anderen Hund mögen muss. Auch wenn Ihr Vierbeiner gut sozialisiert wurde, sollten Sie bei Begegnungen mit anderen Hunden immer etwas vorsichtig sein. Es wird seine Gründe haben, warum der Hund eines anderen Besitzers an der Leine gehalten wird und beispielsweise keinen Freilauf bekommt. Seien Sie respektvoll und leinen Sie Ihren Hund ebenfalls an, wenn Sie einem solchen Hund-Herrchen-Gespann begegnen.


Wie lange kann mein Dalmatiner alleine bleiben?

Nicht immer sind die Umstände bei der Hundehaltung so, dass rund um die Uhr jemand bei dem Vierbeiner ist. Viele Hundebesitzer sind berufstätig und selbst, wenn immer jemand aus der Familie zu Hause ist, wird es Zeiten geben, in denen der Dalmatiner einfach nicht mit kann und warten muss. Bei einem Arztbesuch beispielsweise oder wenn Sie ins Kino möchten.

Wie lange Dalmatiner alleine lassen
Wie lange kann ich meinen Dalmatiner alleine Zuhause lassen?

Dass Ihr Vierbeiner es nicht toll finden wird, alleine das Heim zu hüten, ist klar. Er ist ein Rudeltier und fühlt sich ohne seine Menschen nicht wohl und sicher. Darum sollten Sie behutsam vorgehen, wenn Sie den Dalmatiner ans Alleinbleiben gewöhnen. Lassen Sie sich damit jedoch nicht zu lange Zeit. Je eher Sie den Dalmatiner mit dem Alleinsein konfrontieren, umso eher wird er auch akzeptieren, dass Sie hin und wieder nicht da sind. Bringen Sie ihm früh bei, dass es auch Zeiten gibt, in denen nichts Aufregendes passiert, und dass er sich ab und zu auch mal alleine beschäftigen muss.

Doch wie viele Stunden sind dem Dalmatiner überhaupt zumutbar? Darüber streitet sich sogar die Fachwelt. Während einige sagen, dass vier oder fünf Stunden vollkommen in Ordnung sind, behaupten andere das auch 8 oder 9 Stunden kein Problem darstellen. Bedenken Sie jedoch, dass es wenig artgerecht ist, wenn der Hund von morgens bis abends alleine bleiben muss. Wer berufstätig ist, sollte darum vielleicht über Alternativen wie eine Hundebetreuung nachdenken.

So gewöhnen Sie Ihren Dalmatiner stressfrei ans Alleinbleiben

  1. Ihr Welpe wird Ihnen besonders zu Beginn überallhin folgen wollen. Dies sollte Sie jedoch nicht davon abhalten, ab und zu den Raum zu verlassen und nach wenigen Augenblicken wieder zu kommen. Der kleine Dalmatiner wird schnell merken, dass es sich nicht lohnt, permanent auf Ihrem Fersen zu sein, da gar nichts Dramatisches passiert, wenn Sie kurz verschwinden.
  2. Schließen Sie die Türe für ein paar Augenblicke, wenn Sie den Raum verlassen. Kommen Sie zurück und der Dalmatiner hat brav gewartet, wird er gelobt. Sollte er bellen, an der Türe kratzen oder sonst wie Ihre Rückkehr einfordern, warten Sie einen Moment, bis Ruhe eingekehrt ist. Erst dann gehen Sie wieder ins Zimmer.
  3. Es kann sehr hilfreich sein, wenn Sie gleich von Anfang an Tabuzonen im Haus einrichten. Geeignet wäre zum Beispiel das Badezimmer. Auch den Zutritt zum Schlafzimmer zu verweigern ist eine Möglichkeit. Insbesondere dann, wenn der Dalmatiner sowieso nicht im Bett oder drum herum schlafen soll.
  4. Denen Sie die Zeitintervalle, in denen Sie nicht im gleichen Raum sind wie der Dalmatiner langsam aus. Klappt das Alleinebleiben in den eigenen vier Wänden ganz gut, sollten Sie im nächsten Schritt nun das Haus verlassen.
  5. Ihr Dalmatiner ist sehr schlau. Er wird nach einiger Zeit merken, dass es bedeutet, dass Sie ihn verlassen, wenn Sie sich die Schuhe anziehen, Ihre Jacke nehmen und den Schlüssel einstecken. Dies ruft bei einigen Vierbeinern Stresssituationen hervor. Um dem entgegenzuwirken, können Sie sich ab und zu einfach mal die Jacke überstreifen oder die Schuhe anziehen, ohne durch die Haustüre zu verschwinden.
  6. Wenn Sie den Dalmatiner dann tatsächlich allein lassen, machen Sie keine große Abschiedsszene. Ein kurzesBis gleich“ reicht vollkommen aus. Gleiches gilt, wenn Sie schließlich wieder nach Hause kommen. Die Begrüßung sollte kurz und knapp ausfallen. Schließlich soll es das Normalste für Ihren Hund werden, dass Sie hin und wieder verschwinden.
  7. Machen Sie nicht den Fehler, vor der Türe stehen zu bleiben, wenn Sie hinausgehen. Ihr Dalmatiner hat einen hervorragenden Geruchssinn und wird Sie sicherlich auch hören können. Gut möglich, dass er also ruhig bleibt, weil er genau weiß, dass Sie sich in der Nähe aufhalten. Besser, Sie gehen eine kurze Runde spazieren oder machen kleine Erledigungen.
  8. Wenn Sie wissen möchten, was Ihr Vierbeiner so in Ihrer Abwesenheit treibt, beobachten Sie ihn via Webcam.
  9. Gehen Sie erst zurück in Haus oder Wohnung, wenn es drinnen ruhig ist. Wer eine Webcam nutzt, ist hier klar im Vorteil. Sehen Sie, dass Ihr Hund sich zum Dösen niedergelassen hat, gehen Sie wieder rein.
  10. Eine große Willkommensszene ist nicht nötig. Ziehen Sie erst mal Schuhe und Jacke aus und halten Sie die Begrüßung knapp.
  11. Dehnen Sie die Intervalle, in denen Sie weggehen, langsam aus. Irgendwann sollte es kein Problem mehr sein, wenn Ihr Hund ca. 5 Stunden alleine ist. Mehr sollten es nach Möglichkeit nicht sein und lange Trennungen eher die Ausnahme bilden.

Noch mehr Tipps zum Thema Dalmatiner alleine Zuhause:

  • Wenn Ihr Dalmatiner beispielsweise nicht mit in die Küche soll oder im Schlafzimmer nichts zu suchen hat, können Sie ein Absperrgitter im Türrahmen verwenden. So kann er sich nicht heimlich hineinschleichen, Sie aber immer noch sehen, wenn Sie sich in dieser Tabuzone aufhalten.
  • Mehrhundehalter haben natürlich den Vorteil, dass Ihr Dalmatiner in Ihrer Abwesenheit zumindest vierbeinige Gesellschaft hat. Dies ist jedoch kein Freischein, die Hunde stundenlang sich selbst zu überlassen.
  • Wer bereits den Welpen an eine Transportbox gewöhnt kreiert einen sicheren Rückzugsort für den Dalmatiner. Hier wird sich Ihr Hund wohlfühlen. Nicht nur zu Hause, sondern auch im Auto, in einer Ferienwohnung oder auf dem Weg zum Tierarzt.
  • Geben Sie dem Hund eine Beschäftigung, wenn Sie das Haus verlassen. Ein Futterspielzeug beispielsweise, wie einen Futterball oder einen Kong, der genüsslich ausgeschleckt werden darf. Auch ein Schweineohr oder ein Baumwolltau laden zum Nagen ein und vertreiben Trennungsangst und Langeweile gleichermaßen.
  • Ein Hund, der sich gerade auspowern durfte, ist in der Regel müde und ausgeglichen. Gehen Sie darum vorher noch einmal ausgiebig Gassi, ehe Sie für längere Zeit außer Haus sind. Im Idealfall wird Ihr Dalmatiner dösen oder Ihre Abwesenheit gar verschlafen.

Wie sinnvoll ist eine Hundeschule für meinen Dalmatiner?

Eine Hundeschule ist in erster Linie sinnvoll für Sie. Speziell, wenn Sie noch nie einen Hund hatten. Wer geübt ist im Training mit Hund und vielleicht schon einmal Dalmatiner gehalten hat, kann je nach Erfahrung auch auf eine Hundeschule verzichten.

Dalmatiner Erziehung - Hundeschule
Hundeschule für den Dalmatiner

Doch noch ehe Sie überhaupt auf die Suche nach einer geeigneten Ausbildungsstätte gehen, lesen Sie ein gutes Buch über Welpen, deren Erziehung und Hundetraining im Allgemeinen. So können Sie sich auf die Aufgaben und Herausforderungen einstellen, die Sie nach dem Kauf eines Dalmatiners erwarten werden. Mehr noch: Belesen Sie sich über die diversen Trainingsmethoden und wählen Sie später eine Hundeschule, welche diese anwendet. Nicht jede Schule handhabt die Erziehung ihrer Schützlinge gleich.

Vorteile einer Hundeschule:

  • Sie werden genauestens angeleitet und bekommen beigebracht, wie Sie Kommandos vermitteln.
  • Neben diversen Trainingsmethoden wird der Trainer Ihnen sicherlich auch beibringen, auf die eigene Körperhaltung und Körpersprache zu achten. Hunde nehmen es genau wahr, ob jemand selbstsicher auftritt oder eher unschlüssig ist.
  • Der Trainer gibt Ihnen Feedback und gegebenenfalls Verbesserungsvorschläge. So können Sie Fehler bei der Hundeerziehung vermeiden und lernen mehr auf Ihr eigenes Tun zu achten.
  • Es gibt reichlich Erziehungstipps auch für die Ausbildung außerhalb der Hundeschule. Schließlich sollte Gelerntes auch zu Hause konsequent fortgeführt werden.
  • Sie werden hinsichtlich „Hundesprache“ geschult. Sie lernen Ihren Dalmatiner zu „lesen“ und seine Gesten und Körperhaltungen richtig zu deuten.
  • Lernen mit Gleichgesinnten macht mehr Spaß.
  • Es entstehen nicht selten Freundschaften zu anderen Hundebesitzern.
  • Fördert die Sozialisation des Hundes.
  • Ihr Dalmatiner lernt die Grundkommandos. Sie sind die Basis einer jeden guten Hund-Mensch-Beziehung.
  • Sie verbessert und fördert die Kommunikation zwischen Ihnen und Ihrem Vierbeiner.
  • Neben der Ausbildung Ihres Dalmatiners gibt es noch weitere Angebote, wie Hundesport, Workshops, Intensivkurse usw.

Welcher Kurs eignet sich für meinen Dalmatiner?

Dalmatiner Hundeschule
In der Gemeinschaft der Hundeschule macht die Hundeerziehung richtig Spaß!

Sollten Sie einen Dalmatinerwelpen kaufen, so ist ein Welpenkurs als Einstieg prima. Achten Sie jedoch darauf, dass diese Treffen strukturiert ablaufen und die kleinen Racker nicht einfach aufeinander losgelassen werden.

Vorsicht also, wenn von einer Welpenspielstunde die Rede ist. Hunde sollten einander immer vorgestellt werden und wilde Rangeleien sind zu unterbinden. Ansonsten wird Ihr Dalmatinerwelpe lernen, dass er sich allein gegen andere Artgenossen behaupten muss, da Sie ja nur am Rand stehen und alles beobachten. Im Idealfall wird durch das Spiel mit anderen Hunden jedoch das Sozialverhalten gefördert. Manchmal lernen die Welpen sogar schon die ersten Kommandos.

Kommt der Dalmi schließlich in die Pubertät, vergisst er ab und an seine guten Manieren und schaltet gekonnt auf Durchzug, wenn Herrchen oder Frauchen etwas möchte. Selbst Befehle, die perfekt beherrscht wurden, werden nicht mehr ausgeführt. Kein Wunder, dass diese Junghundzeit auch oft als Flegelphase bezeichnet wird.

Hier heißt es Ruhe und Geduld bewahren und mit Konsequenz das Training weiter durchführen. Ein Junghundkurs kann Ihnen helfen, das Licht am Ende des Tunnels zu sehen und bei der Stange zu bleiben. Lassen Sie das Training nicht schleifen, nur weil es etwas anstrengend wird.

Sollte ich mit meinem erwachsenen Dalmatiner auch eine Hundeschule besuchen?

Ja, und zwar immer wenn:

  • Ihr Hund bisher noch nicht viel gelernt hat oder nichts über seinen Ausbildungsstand bekannt ist (z.B. Hund aus dem Tierschutz oder Ausland)
  • Sich ungewünschte Verhaltensweisen eingeschlichen haben.
  • Es Ihr erster Hund ist.
  • Sie unsicher bei Training und Erziehung sind.
  • Sie inkonsequent waren und die Erziehung haben schleifen lassen.
  • Unwissentlich Fehler gemacht wurden, die es zu korrigieren gilt.

Auch ein älterer Dalmatiner lernt noch gern, es kann allerdings länger dauern und etwas mehr Geduld erfordern, ehe er Befehle verinnerlicht hat.

Es gibt in den meisten Hundeschulen noch viele weitere Angebote für Halter und Hunde. Besonders beliebt sind dabei die Hundesportkurse. Sinnvoll ist jedoch auch ein Erste-Hilfe-Kurs am Tier oder Workshops in denen Sie und Ihr Dalmatiner viel lernen können. Nicht immer steht jedoch das Training im Vordergrund, sondern manchmal auch einfach nur der Spaß. Bei Social Walks beispielsweise. Suchen Sie eine Hundeschule, mit deren Trainingsmethoden Sie sich wohlfühlen und deren Angebote sich mit Ihren Interessen deckt.

Wann ist Einzeltraining sinnvoll?

  • Wenn das Training sehr intensiv sein soll und schnelle Erfolge gewünscht sind.
  • Wenn Ihr Dalmatiner in Anwesenheit anderer Hunde zu unkonzentriert ist, beispielsweise wegen schlechter Sozialisation.
  • Sie einen Hundetrainer brauchen, der Ihnen bei Problemen vor Ort hilft. Also zum Beispiel bei Ihnen zu Hause oder in bestimmten Situationen.
  • Falls an bestimmten Unarten oder anderen Problemen gearbeitet werden soll.
  • Sie sich im Gruppenunterricht unwohl fühlen.

Eignet sich Klickertraining zur Erziehung meines Dalmatiners?

Clickertraining ist nicht umsonst eine beliebte Trainingsmethode unter Hundebesitzern. Sie ist vielseitig einsetzbar und eignet sich sowohl für die Erziehung Ihres Dalmatiners, als auch für die Vermittlung von Kommandos und Kunststückchen oder beim Einsatz im Hundesport etc. Dabei arbeitet Sie einzig nach dem Prinzip der positiven Verstärkung und unerwünschtes Verhalten wird einfach ignoriert.

Klicker Dalmatiner Erziehung
Klicker für die Hunderziehung

Alles, was Sie für das Training brauchen, sind ein kleines Utensil, nämlich der Knackfrosch und ein paar Leckerbissen, welche ein hohes Motivationspotenzial bei Ihrem Hund haben. Schon kann es losgehen.

Wie funktioniert Klickertraining?

Zunächst muss der Dalmatiner zunächst begreifen, dass ein Drücken des Knackfroschs bedeutet, er bekommt eine angenehme Belohnung, und zwar Futter (gegebenenfalls auch etwas anderes, je nach Vorlieben des Hundes). Falls Ihr Vierbeiner also neu an diese Methode herangeführt wird, erhält er zu Beginn immer die Belohnung, wenn Sie den Klicker betätigen, ohne, dass er dafür etwas leisten muss.

Wurde dies verinnerlicht, gibt es den Happen nicht mehr einfach nur so, sondern der Dalmatiner muss für das Leckerli arbeiten. Geben Sie beispielsweise einen Befehl, den Ihr Hund schon gut beherrscht (wie Sitz oder Platz) und drücken Sie den Knackfrosch bei korrekter Ausführung. Schnell wird Ihr schlauer Dalmatiner die Verknüpfung herstellen, dass „Klick“ nicht nur bedeutet, es kommt eine Belohnung, sondern dass er das Drücken des Klickers herbeiführen kann, wenn er etwas richtig gemacht hat.

Beim Klickertraining wird dabei immer folgende Reihenfolge eingehalten:

  1. Ein gewünschtes Verhalten wird gezeigt.
  2. Es folgt ein „Klick“.
  3. Erst jetzt greifen Sie zum Leckerli und überreichen es.

Dabei werden übrigens alle Verhaltensweisen, die dem Endresultat zuträglich sind, belohnt. Wollen Sie Ihrem Hund beispielsweise beibringen, auf ein Skateboard zu steigen, so klickern Sie zu Beginn auch, wenn er den Gegenstand nur ansieht, an dem Skateboard geschnüffelt wird, eine Pfote draufgestellt wird usw.

Vierbeiner, die mit dieser Methode trainiert werden, sind oft ausgesprochen kreativ und versuchen diverse Lösungsvorschläge, um dem Knackfrosch das ersehnte Klicken zu entlocken.

Welche Vorteile hat das Klickertraining?

  • Futter dient als hoher Motivationsfaktor
  • Arbeitet mit positiver Verstärkung
  • Das „Klick“ klingt für den Hund immer gleich, wohingegen Stimmungsschwankungen, Krankheit, wechselnde Trainer die Stimme bzw. den Klang von Kommandos verändern.
  • Der Knackfrosch ist schnell gedrückt und punktgenau einsetzbar.
  • Sie benötigen keinen direkten Kontakt zum Hund. Solch ein Training auf Distanz eignet sich demnach auch für Problemhunde, wie ängstliche oder aggressive Vierbeiner.
  • Fördert die Kreativität Ihres Hundes.
  • Eignet sich zur geistigen und körperlichen Beschäftigung.
  • Überall einsetzbar.
  • Preisgünstig.
  • Für Training, Beschäftigung und Erziehung gleichermaßen einsetzbar.

Wie bringe ich meinem Dalmatiner die Basiskommandos bei?

Sie können dem Dalmatiner die Basiskommandos auf unterschiedliche Weise beibringen. Wie oben bereits erwähnt, eignet sich Clickertraining hervorragend für die Ausbildung Ihres Hundes. Sie können die Kommandos natürlich auch mittels einer Hundepfeife, Ihrer Stimme oder Handzeichen vermitteln. Viele Hundebesitzer und auch Hundeschulen benutzen eine Kombination aus Stimme und Handzeichen. Wählen Sie eine Methode, mit der Sie sich wohlfühlen, und wählen Sie gegebenenfalls auch die Hundeschule danach aus.

Ist Ihr Dalmatiner auf einem oder gar beiden Ohren taub, so sind natürlich Handzeichen beim Training das Mittel der Wahl. Diese funktionieren tatsächlich auch ohne die zusätzliche Unterstützung der Stimme sehr gut, denn hörgeschädigte Dalmatiner gleichen ihr Defizit meist durch vermehrten Blickkontakt zum Hundeführer aus.

Die Basiskommandos heißen so, weil eigentlich jeder Hund diese beherrschen sollte. Und es ist gar nicht so schwer, diese Grundlagen Ihrem Dalmatiner beizubringen. Für das Training eignen sich als Motivationshilfe spezielle und begehrte Leckerlis, die es sonst nicht gibt. Und schon kann es losgehen. Bedenken Sie dabei, dass kurze und knappe Befehle (“Aus!“) beim Training optimal sind. Lange Sätze („Nein Bello, lass das! Nicht damit spielen!“) prallen hingegen an Ihrem Hund ab.

Am häufigsten wird zunächst mit dem Kommando Sitz begonnen. Lesen Sie weiter, um zu erfahren, wie Sie diesen Befehl und weitere Kommandos erfolgreich an den Hund bringen.

Sitz

Stellen Sie sich vor Ihren Vierbeiner und Nehmen Sie eine kleine Leckerei in die hohle Hand. Lassen Sie den Dalmatiner nun daran riechen. Logisch, dass er den Happen gerne fressen würde. Bewegen Sie den Leckerbissen nun auf den Hund zu und über seinen Kopf hinweg. Einige Hunde legen nun den Rückwärtsgang ein, um das Leckerchen weiter mit den Augen zu fixieren. Ist dies der Fall, so starten Sie erneut mit der Übung. Im Zweifelsfall können Sie auch vor einer Wand oder Mauer trainieren.

Normalerweise wird sich der Dalmatiner aber aus Bequemlichkeit einfach hinsetzen, um Ihre Hand im Auge zu behalten. Genau in dem Moment, wo das Hinterteil den Boden berührt, geben Sie das Kommando Sitz. Wenn Sie Handzeichen benutzen möchten, können Sie beispielsweise den erhobenen Zeigefinger als Signal benutzen. Verwenden Sie hingegen einen Clicker, drücken Sie diesen genau dann, wenn Bodenkontakt entsteht, und reichen Sie anschließend die wohlverdiente Belohnung.

Platz

Auch wenn der Hund sich auf das Kommando Platz später aus jeglicher Position heraus hinlegen sollte, wird zu Beginn meist aus dem Sitz heraus ausgeübt. Bringen Sie den Dalmatiner also zunächst in eine sitzende Position. Bieten Sie wieder eine Leckerei an, die er zunächst nicht erreichen und fressen kann. Halten Sie Ihre Hand direkt vor seine Nase, senken Sie die Hand nun Richtung Boden und ziehen Sie diese nach Bodenkontakt vom Dalmatiner weg. Normalerweise müsste sich nun auch die Nase Ihres Hundes Richtung Boden und anschließend nach vorne bewegen. Wer Glück hat, dessen Vierbeiner macht sich nun lang und legt sich hin, um Ihrer Hand zu folgen. Einige Kandidaten stehen allerdings auf und gehen hinter ihnen her. In diesem Fall starten Sie aus dem Sitz noch einmal erneut.

Komm/Hier

Dies ist ein sehr wichtiges Grundkommando, welches sich aber mit am einfachsten vermitteln lässt. Hierbei geht es in erster Linie darum, den Dalmatiner eine positive Verknüpfung mit dem Befehl verinnerlichen zu lassen. Schließlich soll es sich lohnen, auf Zuruf zu seinem Herrchen oder Frauchen zurückzukommen. Sie können also Ihren Dalmatiner immer mit „Komm“ rufen, wenn es sein Futter gibt, Sie zum Spazieren hinausgehen, gespielt wird oder sonst wie etwas Angenehmes auf ihn wartet.

Wenn das Abrufen in einer Umgebung mit wenig Ablenkung erfolgreich klappt, können Sie in einer belebteren Gegend üben. Dazu können Sie zu Beginn eine Schleppleine benutzen. Erst wenn das Kommando absolut 100-prozentig sitzt, sollten Sie den Dalmatiner von der Leine lassen, um ihm Freilauf zu gönnen. Dies ist sehr wichtig, damit es nicht zu brenzligen Situationen im Straßenverkehr oder auch mit anderen Hunden kommt. Zwar hat der Dalmatiner nur wenig bis keinen Jagdtrieb, aber dies sollten Sie natürlich auch bedenken. Jagdtrieb zeigt sich häufig erst in der Pubertät oder um den ersten Geburtstag rum.

Kommt Ihr Dalmatiner einmal nicht sofort angefegt, wenn Sie den Befehl erteilen, so tadeln Sie ihn aber bitte nicht für sein Zuspätkommen. Ihr Vierbeiner wird denken, Sie sind erbost, eben weil er nun zurückgekommen ist. Logisch, dass er dann beim nächsten Mal erst recht zweimal überlegt, zu Ihnen zu eilen oder eben nicht. Falls Ihr Dalmatiner aber gekonnt auf Durchzug schaltet und keinerlei Anstalten macht, auf Zuruf herbeizueilen, machen Sie am besten auf dem Absatz kehrt und gehen Sie weg. Sobald der Besitzer sich entfernt, ändern viele Hunde schnell Ihre Meinung und laufen schließlich doch hinter Herrchen oder Frauchen her.

Bleib

Ihr Dalmatiner soll bei diesem Befehl an Ort und Stelle warten, egal, wo er gerade ist. Die meisten verwenden dabei „Sitz“ oder „Platz“ als Ausgangsposition, um dieses Kommando zu trainieren. Dazu wird der Vierbeiner zunächst in die gewünschte Haltung gebracht, es folgt der Befehl und anschließend warten Sie einen kurzen (!) Augenblick. Bleibt Ihr Hund brav liegen oder sitzen, gibt es eine Belohnung.
Nun wird der Schwierigkeitsgrad langsam gesteigert, bzw. die Entfernung zum Hund und die Dauer des Wartens ausgedehnt. Am Anfang sollten Sie sich nur ein paar Schritte von Ihrem Hund entfernen. Viele Besitzer halten dabei zunächst den Blickkontakt zum Vierbeiner. Das Ziel ist jedoch, dass Sie irgendwann in jedwede Richtung davongehen können, mit oder ohne Sichtkontakt, schnell oder langsam.

Bedenken Sie, dass Sie als Hundeführer immer den Befehl (also das Warten) aufheben sollten. Gehen Sie zum Hund und reichen Sie ihm eine Belohnung („Fein“) oder rufen Sie den Dalmatiner zu sich („Komm“). Ohne diesen Auflösungsbefehl soll der Hund weiterhin brav warten.

Aus

Dieser Befehl soll dem Dalmatiner zu verstehen geben, dass er mit etwas aufhören soll. Beispielsweise soll er von etwas ablassen, das er im Maul trägt. Oder Sie möchten ihm vermitteln, dass er mit dem Bellen aufhören soll, weil der Besucher ein Freund ist.

Für das Training eignet sich ein Apportier- oder Zerrspiel gut. Nehmen Sie also einen Ball oder vielleicht ein Baumwolltau und spielen Sie mit Ihrem Hund. Fordern Sie den Gegenstand für sich ein, geben Sie den Befehl „Aus“. Lässt Ihr Vierbeiner verwundert von dem Spielzeug ab, loben Sie, reichen Sie eine Leckerei und werfen Sie anschließend den Ball erneut oder rangeln Sie weiter um die „Beute“ (das Tau). Da das Spiel fortgesetzt wird und nur durch einen kurzen Belohnungshappen unterbrochen wurde, wird Ihr Hund schnell merken, dass es sich lohnt, von einem begehrten Gegenstand abzulassen.

Will Ihr Dalmatiner seine Beute jedoch nicht ganz freiwillig rausrücken, müssen Sie ein wenig nachhelfen und den Gegenstand aus seinem Maul entfernen. Seien Sie behutsam und geben Sie wieder den Befehl „Aus“, wenn der Ball oder das Tau schließlich frei ist. Selbstverständlich folgen danach ein Lob und ein Leckerchen.

Nein

Für diesen Befehl können Sie leider keine extra Trainingseinheit ansetzen, denn dieses Kommando erfolgt immer, wenn Sie den Dalmatiner bei etwas erwischen, was er zu unterlassen hat. Da ein Welpe generell vieles versucht und unternimmt, was nicht erwünscht ist, dürfte es jedoch nicht allzu schwer werden, ihm zu vermitteln, was ein „Nein“ bedeutet.

Möchte Ihr Dalmatiner beispielsweise den Inhalt des Abfalleimers untersuchen, folgt ein lautes und scharfes „Nein“. Er möchte aufs Sofa? Er knabbert am Stuhlbein? Er gräbt Ihren Garten um? „Nein“, „Nein“ und nochmal „Nein“!

Ihre Körperhaltung, Mimik und Gestik können dabei unterstützend eingesetzt werden, um zu verdeutlichen, dass es sich um unerwünschtes Verhalten handelt. Und absolut wichtig bei dieser Übung: Konsequenz! Nein heißt immer nein, ohne Ausnahme. Sie werden merken, dass dieses Kommando immer weniger zum Einsatz kommt, je besser Ihr Dalmatiner erzogen ist und die Regeln des Zusammenlebens mit seinen Menschen kennt.

 

Einen tauben Dalmatiner erziehen

Vielleicht wussten Sie bereits beim Kauf, dass Ihr Dalmatiner taub ist. Falls Sie jedoch einen tauben Dalmatiner zu Hause haben und von seiner Einschränkung vorher nichts wussten, ist dies zunächst einmal ein Schock. Tatsächlich landen sogar viele taube Vierbeiner im Tierheim, weil ihre Besitzer nichts von dem Handicap wussten und die schwere Erziehbarkeit auf Sturheit und Eigensinn zurückführten. Dass der eigene Vierbeiner womöglich nicht hören kann, wird gar nicht in Erwägung gezogen und vielleicht sogar erst vom Tierheimpersonal oder einem Trainer erkannt.

Wer um die besonderen Bedürfnisse seines Dalmatiners weiß, muss sich jedoch nicht fürchten. Die Erziehung läuft beinahe genauso ab, wie bei einem hörenden Hund. Und es ist sogar äußerst wichtig, dass Sie Ihren tauben Dalmatiner erziehen, denn nur dann darf er die gleichen Freiheiten genießen, wie seine hörenden Artgenossen. Und nur dann hat er ein schönes und artgerechtes Leben.

Visuelle Signale

Hörzeichen bei der Hundeerziehung sind nicht wirklich nötig. Selbst hörende Hunde reagieren oft besser auf Gesten und Körpersprache, als auf Zuruf. Kein Wunder: Hunde verständigen sich untereinander auch überwiegend über Körpersignale. Selbst viele Hundeschulen arbeiten mit akustischen Signalen, welche von Gesten zusätzlich begleitet werden. So beispielsweise der erhobene Zeigefinger mit dem gleichzeitigen verbalen Kommando „Sitz“. Dies hat übrigens den Vorteil, dass Ihr hörender Hund bereits die dazugehörigen Sichtzeichen kennt. Sollte er im Alter schlechter hören können, wird er Sie und Ihre Kommandos trotzdem verstehen.

Sichtzeichen sind beim tauben Hund also von ernormer Bedeutung. Dabei sollten die einzelnen Befehle genau von einander unterscheidbar sein. Wichtig ist natürlich, dass der Hund häufig Blickkontakt zu seinem Menschen hat. Dies sollte früh trainiert und positiv verstärkt werden. Gehen Sie mit dem Welpen spazieren, sollten Sie beispielsweise zwischendurch immer mal stehen bleiben und den Hund loben, wenn er zu Ihnen sieht.

Schwierig wird es allerdings bei Kommandos auf Distanz, wie es zum Beispiel beim Zurückrufen nötig ist. Ein auch auf weite Entfernung gut sichtbares Signal könnte das seitliche Ausstrecken eines Armes sein, Sie könnten in die Hocke gehen oder die Arme noch oben strecken. Rückrufbarkeit ist wichtig, wenn Ihr tauber Dalmatiner ein artgerechtes Leben führen und somit auch Freilauf genießen soll.
Während des Trainings sollte darum zunächst eine Schleppleine benutzt werden. Sie können sich auch die Welpenphase zunutze machen, in welcher der kleine Hund sowieso immer bereitwillig folgt.

Hundebegegnungen

Bei Hundebegegnungen kann es zu Gefahrensituationen durch Missverständnisse kommen, wenn der taube Hund beispielsweise das Knurren des anderen nicht hört. Außerdem nähern sich Vierbeiner meist nicht frontal an, weshalb Ihr tauber Dalmatiner sich erschrecken könnte, wenn plötzlich jemand an seinem Hinterteil schnuppert. Darum sollten Sie solche Begegnungen immer beobachten und den anderen Hundehalter darauf aufmerksam machen, dass Ihr Vierbeiner nicht hören kann.

 

Hilfsmittel bei der Erziehung eines tauben Hundes

Einige Besitzer von tauben Hunden schwören auf ein Vibrationshalsband. Auf Knopfdruck vibriert dieses (sogar auf Distanz) leicht und lässt sich perfekt einsetzen, um die Aufmerksamkeit des Hundes zu erlangen oder ihn zurückzurufen. Allerdings erschrecken viele Vierbeiner eher bei dem Ruckeln am Halsband, weshalb die Gewöhnung behutsam erfolgen sollte und mit viel Leckerlis positiv verstärkt werden muss. Für sehr sensible Gemüter ist dieses Hilfsmittel eher weniger geeignet.

Auch eine Taschenlampe kann gute Dienste leisten. So funktioniert der Rückruf auch in der Dämmerung oder Dunkelheit, wenn Herrchen oder Frauchen auf Entfernung weniger gut erkennbar ist.

Weitere Hinweise:

– Vorsicht im Straßenverkehr. Hier sind taube Hunde noch gefährdeter als ihre hörenden Artgenossen. Besser immer anleinen.
– Bevor Sie einen tauben Hund anfassen, wäre es gut, wenn dieser Sie sehen kann. Sonst könnte er erschrecken. Sie könnten auch leicht (!) an der Leine zupfen oder auf den Boden stampfen, um auf sich aufmerksam zu machen.
– Signale für „Gut gemacht“: Leckerli reichen, „Daumen hoch“ als Sichtzeichen, Klatschen oder Streicheleinheiten.

– Training mit dem Targetstick kann eine große Hilfe sein.

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